Mastitis nach 18 Monaten Stillen

Warum Stillprobleme auch spät noch auftreten können

Als meine Tochter bereits 18 Monate alt war, dachte ich, die turbulente Anfangszeit des Stillens sei längst vorbei. Keine wunden Brustwarzen mehr, kein Milchstau, keine verzweifelten Nächte mit „Wird das jemals leichter?“. Und doch hat mich die Realität eines Wochenendes eiskalt erwischt: eine Mastitis.

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November 27, 2025

Der Schock: „Nicht ernsthaft – jetzt noch?“

Ich wachte morgens mit einem Ziehen in der Brust auf, erst leicht, dann zunehmend stechend. Im Verlauf eines einzigen Tages wandelte sich das Unbehagen zu starken Schmerzen. Die betroffene Brust wurde heiß, hart, druckempfindlich und – das deutlichste Zeichen – die Haut färbte sich intensiv rot. Mein Kreislauf fühlte sich angeschlagen an, und ich war nur wenige Stunden davon entfernt, die Notfallpraxis aufzusuchen.

Was mich am meisten überraschte:
Ich hatte keine Ahnung, dass Mastitis auch nach über einem Jahr Stillzeit noch auftreten kann. Instinktiv verbindet man diese Probleme immer mit den ersten Wochen nach der Geburt. Dabei sind Spät-Mastitiden keineswegs selten.

Warum Mastitis auch nach vielen Monaten noch entstehen kann

Aus wissenschaftlicher Sicht wird Mastitis meist durch zwei Mechanismen ausgelöst:

  1. Milchstau
    Wenn die Brust nicht vollständig entleert wird, staut sich Milch im Drüsengewebe. Das kann immer passieren – egal ob man voll stillt, Teilzeit stillt oder schon fast abgestillt hat. Ein zu großer Abstand zwischen den Stillmahlzeiten, stressige Tage oder körperliche Belastung reichen manchmal aus.

  2. Bakterielle Infektion
    In manchen Fällen gelangen Bakterien, häufig Staphylococcus aureus, über kleine Verletzungen der Haut in das Brustgewebe. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer Entzündung.

Laut Studien tritt Mastitis vor allem in den ersten 6–12 Wochen auf, aber bis zu 20 % der Betroffenen entwickeln eine Mastitis erst deutlich später. Stillen ist nun einmal ein dynamischer Vorgang: Tagesrhythmen ändern sich, Kinder trinken mal mehr, mal weniger, mal hektisch, mal gar nicht – und genau diese Schwankungen können jederzeit zu einem Problem werden.

Meine Erfahrung: vom Wochenend-Schmerz zur Selbsthilfe

Natürlich passierte alles am Wochenende. Die Schmerzen wurden mit jeder Stunde schlimmer, und die deutliche Rötung war ein Zeichen dafür, dass ich nicht mehr lange warten konnte. Gleichzeitig wusste ich: ein frühes Gegensteuern kann verhindern, dass aus einer beginnenden Mastitis eine ernste, antibiotikapflichtige Entzündung wird.

Was mir geholfen hat

⚠️ Wichtig: Das sind persönliche Erfahrungen, kein Ersatz für medizinische Diagnose oder Therapie.

  • Häufiges Anlegen
    Obwohl jede Berührung wehtat, ist das Entleeren der betroffenen Brust einer der wichtigsten Schritte. Das Baby saugt stärker und effektiver als jede Pumpe.

  • Effektive Brustmassage und Wärme vor dem Stillen
    Wärme fördert den Milchfluss und macht die Brust weicher.

  • Kühlen nach dem Stillen
    Das beruhigt das entzündete Gewebe.

  • Ausreichend Flüssigkeit und Ruhe

  • Mein Nahrungsergänzungsmittel „Stillsamkeit“
    Ich habe es parallel eingesetzt, weil ich damit ohnehin gute Erfahrungen gemacht hatte. (Nahrungsergänzungsmittel können unterstützen – sie ersetzen keine medizinische Behandlung.)

Innerhalb von 24–36 Stunden wurde es langsam besser, und nach zwei Tagen war der Spuk fast vorbei.

Aber ich hatte großen Respekt: Wäre es schlimmer geworden, hätte ich sofort ärztliche Hilfe gesucht.

Wann sollte man auf jeden Fall zum Arzt?

Auch wenn viele Mastitiden in frühen Stadien zu Hause behandelt werden können, gibt es klare Warnzeichen:

  • Fieber über 38,5 °C

  • Schüttelfrost

  • starke, zunehmende Schmerzen

  • ausgeprägte Rötung, die sich ausbreitet

  • keine Besserung nach 24 Stunden intensiver Maßnahmen

  • Verdacht auf Abszess (sehr schmerzhafte, klar abgrenzbare Stelle)

Hier gilt: Nicht warten. Stillen soll schützen – nicht gefährden.

Mein Fazit: Probleme können jederzeit kommen, aber man ist ihnen nicht hilflos ausgeliefert

Diese Erfahrung hat mir gezeigt:

  • Stillen bleibt auch nach langer Zeit ein sensibles System.

  • Eine Mastitis bedeutet nicht, dass man etwas falsch gemacht hat.

  • Je früher man reagiert, desto milder verläuft sie.

  • Offene Kommunikation über Stillprobleme ist wichtig – egal, ob das Baby 6 Wochen oder 18 Monate alt ist.

Ich bin dankbar, dass ich diese Mastitis ohne Antibiotika überstanden habe, und dass ich meine eigenen Tools – häufiges Anlegen, Ruhe, Hausmittel und „Stillsamkeit“ – einsetzen konnte. Aber ich habe auch gelernt, die Warnzeichen ernst zu nehmen.

Vielleicht liest du das gerade, weil deine Brust schmerzt und du unsicher bist. Dann fühl dich verstanden: Du bist nicht allein, und du darfst dir jederzeit Hilfe holen.

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